Stichhaltig – Kleine Plagegeister

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Stichhaltig – Kleine Plagegeister

Einfach mal abhängen, den lauen Abendwind genießen. Klingt gut, oder?

Wenn da nicht dieses ständige brummen und sirren der Stechmücken in der Luft wäre.

Vor allem in der Nähe von Seen und Flüssen sind kleine Plagegeister unterwegs, meistens in der Dämmerung.

Wären wir den Hinweisen gefolgt, wasserreiche Regionen wie Skandinavien oder Schottland,  in den Sommermonaten zu meiden, hätten wir wohl die schönsten Urlaubsgebiete ausgelassen, nur um Stechmücken  aus dem Weg zu gehen!

Mit den Schottischen Midges haben wir schon unsere Erfahrungen gemacht.

Midges? Was denn das wird sich jetzt der ein oder andere Fragen.

Midges oder Midgies – heißen die fiesen Mücken, die einem in Schottland das Leben schwer machen.

 

In Skandinavien wiederum trifft man, häufig im Mai und Juni,  auf  Knott (Kriebelmücken). Bei feuchten Wetterlagen und vor allem abends kommen nämlich „knott“. Das sind ganz, ganz kleine Mücken, die man kaum sieht und nicht hört.

Man merkt nur plötzlich, dass man rote Ohren bekommt und es juckt. Am Niederrhein nennt man diese Plagegeister „Kriebelmücken“. Diese Mini-Mücken kommen aber nicht ins Haus, allerdings ins Zelt.

Manche Schweden meinen übrigens, dass ein paar Mücken einfach zum Sommer gehören. Ohne Mücken würde ihnen etwas fehlen.

 

Was tun gegen die kleinen Plagegeister?

  1. Vorbeugung durch die richtige Kleidung

Von Vorteil sind Kopfbedeckung und lange Kleidung, die möglichst alle Körperteile bedecken, besonders die bevorzugten Knöchelregionen. Trage Stiefel, oder – uncool aber wirksam – in Socken gesteckte Hosenbeine. Verwende lieber lockere Textilien, denn durch eng anliegende Kleidung stechen die meisten Blutsauger problemlos hindurch. Bevorzuge helle Kleidung, denn dunkle zieht blutsaugende Insekten an.

Moskitonetze die man über den Kopf zieht sind auch zu empfehlen.

 

  1. Insektengitter und Moskitonetz fürs Zelt

Achte beim Zelt kauf darauf dass die Schlafkabine durch ein Netz vor diesen kleinen Plagegeistern geschützt ist und deren Maschen nicht zu großzügig ausgelegt sind. Diese Netze funktionieren aber auch nur, wenn du den Eingang zur Schlafkabine nur kurz öffnest um rein und raus zu gehen.

Mückenabwehr mit oder ohne natürliche Stoffe

 

  1. Vermeidung von Körpergeruch

Das Duschen ist leider nur eine kurzfristige Lösung, aber dennoch sinnvoll. Wer hätte es gedacht? Frische Socken reduzieren ganz erheblich die Gefahr von Mückenstichen!

 

  1. Keine künstlichen Düfte

Wenn du Deo und Parfum meidest, ist schon viel gewonnen, denn besonders süße Noten finden Mücken anziehend.

 

  1. Ätherische Öle zahlreicher Pflanzen
Räucherduft
Räuchern hilft

Zimt, Kampfer, Lavendel, Anis und Katzenminze haben Gerüche, die auf die Mücken eher abschreckend wirken. Wenn Sie diese Pflanzen im Garten haben und im besten Fall in der Nähe Ihrer Sitzecke, ist der erste Schritt bereits getan.

 

Salbei gegen Mücken

Ebenfalls gut geeignet um die Mücken zu vertreiben ist Salbei. Reiben Sie die Salbeiblätter, fangen Sie die Brösel in einer feuerfesten Schale oder werft einfach ein paar getrocknete Blätter auf die Glut vom Feuer oder Grill. Die Blätter glimmen dann vor sich hin und vertreiben die kleinen Tiere durch ihren würzigen Duft.

 

Lavendel – natürlicher Mückenfeind

Lavendel sieht schön aus, kann aber auch sehr nützlich sein. Die lilablühende Pflanze ist nicht nur ein natürlicher Mottenfeind, sondern hilft auch gegen Mücken. Ob im Topf oder im Beet, den Duft mögen Mücken gar nicht.

 

Kaffeepulver oder Kaffeesatz

Kaffepulver (hat fast jeder in der Küche) in eine feuerfeste Schale geben und anzünden. Das Pulver kokelt lange Zeit vor sich hin und binnen Sekunden sind die Quälgeister verschwunden. Der Qualm der entsteht duftet – je nach Geschmack – nach leckerem Kaffee.

Der Rauch mit den enthaltenen ätherischen Ölen wird die Mücken fernhalten, allerdings nur so lange, wie der Rauch aufsteigt. Um für einen längeren Zeitraum eine Abschreckung zu erzielen, benötigst du eine entsprechende Menge an Blättern.

  1. Sprays

Eine sehr lange Wirkungszeit von sechs Stunden haben Sprays mit Citriodiol. Das Produkt Anti-Brumm naturel schnitt in Tests als bestes Repellent ab.

Noch länger geht es mit Sprays, die den natürlichen Wirkstoff Menthoglycol oder Hydroxisopropyl enthalten. Sie wirken bis zu acht Stunden, riechen stark medizinisch und sind dabei sehr hautverträglich.

 

 

Was tun wenn es zu spät ist

 

Entdecken wir einen juckenden Mückenstich, ist unsere erste Reflexhandlung oft Kratzen. Das verschafft uns tatsächlich kurzfristig Linderung, da Kratzen schmerzt und Schmerz den Juckreiz überdeckt. Das Problem ist allerdings: Durch das Kratzen wird die Haut noch mehr gereizt, entzündet sich und juckt dann wiederum noch stärker. Auf Dauer führt das also zu einem Teufelskreis aus Jucken und Kratzen. Außerdem können auf diesem Weg Schmutz und Keime in die Wunde gelangen und eine Infektion auslösen. Ärzte raten daher: lieber nicht kratzen!

  1. Kühlen

Durch die Kälte werden die Gefäße zusammengezogen, und die Schwellung geht zurück. Beim Campen sind aber leider nicht immer Kühlakkus zur Hand.

 

  1. Hitze

Zum einen unterbrechen Temperaturreize die Schmerzmeldung an das Gehirn, daher kann es helfen, die heiße Kaffeetasse auf den Stich zu drücken – Vorsicht vor Verbrennungen.

Zum anderen sind meistens Histamine im Spiel, also Proteine. Und  die sind empfindlich und zersetzen sich bei Hitze. In der Apotheke gibt es auch sogenannte Headsticks um die Einstichstelle punktuell zu behandeln.

Dabei wird die Haut für wenige Sekunden auf rund 50 Grad Celsius erhitzt. Verschiedene Studien konnten mittlerweile belegen, dass dieser Ansatz tatsächlich funktioniert und zumindest den Juckreiz deutlich lindert.

 

 

 

  1. Salben & Co

Cortisonhaltige Salben oder Antihistaminikatabletten lassen Stiche relativ schnell abklingen.

 

  1. Hausmittelchen

Drauf spucken. Spucke gilt als Allzweckwaffe bei allen Arten von Verletzungen. Neben seiner leicht kühlenden Wirkung enthält unser Speichel tatsächlich zahlreiche Stoffe, die sich günstig auf eine Wunde auswirken können. Aus diesem Grund heilen Verletzungen im Mundraum häufig auch wesentlich schneller ab als an der Hautoberfläche. Fremder Speichel ist jedoch keine Alternative bedingt durch die Keime die übertragen werden können.

 

 

Licht aus gegen Mücken?

Noch immer existiert der Mythos, Mücken werden von Licht angezogen. Stimmt nicht! Mücken bevorzugen bestimmte Gerüche und zwar ganz besonders gern menschlichen Schweiß. Vermischt sich der schwitzende Körper zusätzlich mit Parfum oder Deodorant, sind Sie der ideale Anziehungspunkt für die kleinen Plagegeister. Eine erfrischende Dusche kann also helfen, wenn sich die Mücken zu sehr auf uns stürzen.

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