Grand Tour Of Switzerland (GTOS) – Woche 1

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Grand Tour Of Switzerland (GTOS) – Woche 1

Spätzle, Pässe und Täler

Die Zelte waren heute Morgen schnell abgebaut und alles verstaut, denn wir alle können es nicht erwarten endlich auf die große Tour zu gehen. Auf eine Tour in dessen Vorbereitung man oft die Vorurteile hörte dass die Schweiz zu teuer ist, dass die Schweiz zu klein ist, da bist du ja schnell durch. Dass die Schweizer unfreundlich wären, dass die Schweizer Polizei Wegelagerer wären, usw..usw….

Alles Vorurteile die einem manchmal an dem zweifeln lassen, was man da vorhat. Ja, die Schweiz ist teurer als andere Länder. Aber teilweise auch zu Recht. Denn was man hier an Nahrungsmitteln einkauft oder in Gaststätten serviert bekommt ist von erstklassiger Qualität. Das was man hier an Landschaft sieht, sucht seinesgleichen. Auch diese Tour in unser direktes Nachbarland sollte uns mal wieder zeigen dass Reisen tötet. Reisen tötet Vorurteile.

Das Tal entlang der Österreichischen / Schweizer Grenze ist dicht besiedelt und da die Fahrt entlang der Bundesstraße nicht unbedingt das schönste sein wird, das wir zu sehen bekommen, entschließen wir uns so lange es geht auf kleinen Seitenstraßen in Richtung Süden zu fahren..

Kaum haben wir Österreich verlassen und die Schweiz erreicht schraubt sich die kleine Straße in Richtung Süden den Berg hinauf.

Nachdem wir aber die Bundesstraße verlassen haben und über die hügelige Landschaft von Altstätten und Eichberg fahren, lässt sich ein Teil der Fahrt in Richtung Süden erträglicher gestalten. Bei Vaduz überqueren wir die Grenze nach Lichtenstein und sind somit auf den ersten, tatsächlichen Kilometern der GTOS. Beschaulich ist es im kleinen Staate Lichtenfels und überall wird einem vor Augen geführt dass hier das Geld zuhause ist. Während wir auf einem kleinen Parkplatz außerhalb der Stadt eine Pause einlegen fahren Ferraris, Lamborghinis und diverse andere hochpreisige Wagen an uns vorbei.

Über den Lutzisteigpass erreichen wir dann wieder die Schweiz. Ein kleiner aber feiner Pass der als Teilstück der Römerstrasse gilt. An der nördlichen Seite des Passes liegt geschützt von einem alten Graben die historische Festung St. Luzisteig mit einem schönen Torgebäude.

Die Festung wird heute noch als Kaserne der Schweizer Armee genutzt wird.

Auf Höhe von Landquart verlassen wir wieder die Kernroute und fahren weiter in Richtung Süden um dort bei Chur in das Arosa Tal abzuzweigen Eines der vielen Täler die wir uns auf der Tour anschauen wollen und die wir jeweils in beide Richtungen fahren müssen, da es Sackgassen sind. Von Chur bis Arosa sind es immerhin 365 Kurven, wenn ich mich nicht verzählt habe. Eine Straße die jeden Kilometer wunderschöne Aussichten auf die umliegende Bergwelt bietet.

Es geht stetig bergan bis wir das gleichnamige Bergdorf Arosa mit seinen bewaldeten Berghängen und den kleinen Seen erreichen, es ist einfach wunderschön und eigentlich bräuchten wir auch hier noch mehr Zeit um uns die Landschaft oder die kleinen Ortschaften, zu denen Abzweigungen nach links und rechts führen, genauer anzuschauen. Zumal es dort auch kulinarische Highlights gibt die uns nun aber, bedingt der Zeit, entgehen.

Unsere Tour führt uns erst mal weiter in Richtung Süden wo wir bei Tiefencastel in Richtung Davos abbiegen. Dort erreichen wir wieder die Kernroute der GTOS zu der dann auch die Überquerung des Flüelapasses gehört. In Davos selbst decken wir uns schon mal mit den wichtigsten Dingen für den Abend ein, Bier und Essen.

Der Flüelapass zeigt uns zum ersten Mal einen großen Vorteil den Urlaub in der Schweiz zu verbringen. Fernab allen Reise- und Durchgangsverkehrs und ohne das Gefühl zu haben auf einer Rennstrecke zu sein können wir die Fahrt genießen.

Die Westrampe führt gut ausgebaut ins Flüelatal, hinter Tschuggen liegen dann die ersten von 17 Serpentinen vor uns. Die Passhöhe auf felsigem Hochplateau sowie das Hospiz mit kleinem See laden uns ein eine kleine Pause zu machen und in den Schneeresten zu wühlen.

Bei der Ortschaft Zernez verlassen wir wieder die GTOS und biegen ab in das berühmte Val Müstair. Ein Abstecher von der GTOS bei dem man sich fragt wieso der nicht mit in die Route aufgenommen wurde. Aber es ist irgendwie auch das geniale an der GTOS, dass es eine Kernroute gibt, die man ganz nach den eigenen Bedürfnissen und Ansprüchen ausbauen kann. Wunderschöne Strecken, unter anderem mit dem Ofenpass, führen uns nach St. Maria im Val Müstair wo wir unser erstes Lager auf dem Campingplatz Pè da Munt ( campingstamaria.ch ) aufschlagen.

Ein wunderschön gelegener, kleiner Camping Platz außerhalb der Ortschaft in Richtung Umbrail.

Auf dem kleinen Platz der Terrassenförmig angelegt ist, vermisst man nichts und zum Abend hin hören wir hinter uns im Wald die Kühe mit Ihren Glocken. Wie Idyllisch, hoffen wir nur mal dass die nicht die ganze Nacht da rum laufen.

Wir geniesen unser Stiefelbier und bereiten unser Abendessen zu , wobei wir uns dabei durch das Kochbuch 30 Tage harte Arbeit das ihr direkt auf der Webseite von Bea & Helle (https://www.timetoride.de/shop/camping-outdoor/abenteuer-kochbuch/ ) bestellen könnt, Inspirieren lassen. So gibt es zum Abend leckere Käsespätzle mit Hähnchenbruststreifen und frischen Salat die wir mit gut gekühltem Bier genießen.

Die erste Etappe unserer Grand Tour ist nun gefahren. Überwältigend!

 

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Gletscher und Kurven

Die Nacht war ruhig und die Kühe mit den Glocken nicht zu hören. Bis… ja bis es draußen hell wurde und ein Ohrenbetäubender Lärm von Kuhglocken mich aus dem Schlafsack trieb. Das ganze hörte sich an als ob die Herde direkt vor unserem Zelt vorbeilaufen würde. Und so war es ja auch fast. Die Herde wurde auf dem Weg entlang zu einer anderen Weide geführt.

Wo wir nun schon mal wach sind können wir auch frühstücken was mit den frischen Brötchen die wir hier auf dem Platz bekommen auch kein Problem ist.

Wer nun die Schweiz nicht verlassen möchte, kann das Val Müstair wieder zurück fahren, oder wie wir, den Umbrailpass nutzen um das Stilfser Joch in Italien zu erreichen.

Leider ist der Umbrailpass mittlerweile durchgängig asphaltiert, was ich bedauerlich finde, da dieses Stück Schotterstrecke einen gewissen Reiz für die Strecke ausgemacht hat. Bei sonnigem Wetter überqueren wir das Stilfser Joch und genießen noch einen leckeren Espresso bevor wir bei Bormio in Richtung Livigno abbiegen.

Unser Ziel ist aber vorerst nicht das Zollfreie einkaufen in Livigno, sondern der Passo Torri di Fraele der uns zum Lago di Cancano bringen soll. Die Idee zu diesem Schmankerl hat Sonja gehabt und ich muss sagen das war einer der bisherigen Höhepunkte auf unserer Tour. Eine schmale Straße schlängelt sich den Berg empor und endet irgendwann auf einer Schotterstrecke und bei einer kleinen Kapelle die zu Ehren der Bauarbeiter die ihr Leben beim Bau des Staudammes gelassen haben, errichtet wurde.

Diese Stichstraße ist alleine wegen der Kehren eine Befahrung wert und auch der Ausblick auf die umliegende Bergwelt lässt keine Wünsche offen. Das faszinierendste für mich waren aber nicht die Kehren auf der sehr schmalen Straße, sondern die Strecke, die von den Mountainbike Fahrern genommen wird.

Eine schöne (und noch geschotterte) Alternativstrecke zur Südrampe zweigt von der vorletzten Kehre nach Westen ab und führt auf fast gleichbleibender Höhe an der Talflanke entlang in Richtung W. Sie trifft später bei Amoga wieder auf die SS.301

Wo wir schon mal hier in der Nähe sind und da es ohnehin auf dem Weg zum Berninapass liegt sind wir noch kurz über Livigno gefahren um uns, neben dem günstigen Sprit für die Tiger auch noch mit einem kleinen Single Malt versorgt haben.

Der Forcola di Livigno und der Berninapass bilden ein traumhaftes Doppel das sich kein Motorradfahrer entgehen lassen sollte. Wir fahren entlang dem Val di Poschiavo und erreichen unterhalb des Bernina unser nächstes Ziel, den Campingplatz Morteratsch der mit seinem traumhaften Blick auf den Morteratschgletscher einfach genial liegt. Unsere Zelte stehen auf eine Kleinen Insel, umgeben von plätschernden Gebirgsbächen. Der Camping Morteratsch ist eine absolute Empfehlung.

 

 

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Wasser und Legenden

Schweren Herzens verlassen wir den Campingplatz Morteratsch.

Zum einen weil es dort wirklich sehr schön war und zum anderen weil es bedeutet dass wir uns heute von Sonja und Joschi wieder verabschieden müssen.

Wir hätten sie so gerne weiter bei uns gehabt. Wir folgen heute fast komplett dem Verlauf der Grand Tour. Wir durchfahren den berühmten Kurort St Moritz mit seinen Jetset und überqueren den Julierpass mit seine 26 Kehren.

Nach zahlreichen Serpentinen liegt linker Hand der Stausee Marmorera. In Tiefencastel verabschieden wir uns von den beiden, da sie am Freitag schon wieder zuhause sein müssen.

Für uns heißt es nun weiter in Richtung Tagesziel am Lago Maggiore.

Bevor wir jedoch dort ankommen passieren wir noch wundervolle Landschaften und Stellen die einem zum Anhalten zwingen! Direkt hinter Thunis erreichen wir die Viamala und den Bereich der Rofflaschlucht

Die Viamala . http://www.viamala.ch/sommer/home.html ist legendär. Ein beeindruckendes Naturmonument mit bis zu 300 m hohen Felswänden, welche an den engsten Stellen nur wenige Meter voneinander getrennt sind. Das Farbenspiel des meist türkisblauen Wassers, die Strudeltöpfe und die sind Atemberaubend.

Eine sehr eindrückliche Familiengeschichte ist der Auslöser für die Erschließung der Rofflaschlucht. Anfangs des 20. Jahrhunderts kehrte der Auswanderer C. Pitschen-Melchior in seine alte Heimat zurück. Er übernahm von seinen Eltern den Gastbetrieb Rofflaschlucht. Durch die Niagara-Fälle inspiriert, setzten sich Christian und seine Familie das Ziel, den Wasserfall in der Rofflaschlucht als Touristenattraktion zu bauen und damit das Überleben der Familie zu sichern.

So begann er sich einen Weg in die Schlucht zu bahnen. Sieben Jahre arbeitete er an seinem Werk. Nach unzähligen Sprengungen hatte er es geschafft. Am Eingang zur Rofflaschlucht befindet sich das historische Gasthaus mit Restaurant und einem kleinen Museum, welches die spannende Entstehungsgeschichte dokumentiert.

Für uns ging es dann über den San Bernadino zum Lago Maggiore und von dort aus auf den TCS Camping Gordevio im Valle Maggia.

Von hier aus werden wir das Valle Maggia mit seinen Seitentälern sowie das Verzascatal am morgigen Tag unter die Räder nehmen.

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Die Magie der Täler

Heute verlassen wir wieder die Kernroute der Grand Tour und werden den heutigen Tag komplett den beiden Tälern Valle Maggia und Verzasca sowie deren Seitentälern widmen.

Gerade das Valle Rovana sowie das Lavizara an desen Ende 2 Seen darauf warten entdeckt zu werden sollte man sich nicht entgehen lassen. Und bei knapp 36°C ist eine Abkühlung in einem der vielen Wildbächen sehr erfrischend.

Glasklares Wasser und steil abfallende Wände prägen das Maggiatal und manchmal erwartet man direkt einen Hobbit oder eine Elfe aus dem Wald auftauchen zu sehen. Jede Menge alte Dörfer werden passiert deren steinerne Häuser hunderte von Jahren alt zu sein scheinen und es wahrscheinlich auch sind.

In Cevio zweigt die Strasse ins Seitental Val Rovana ab. Auf zahlreichen Kurven windet sie sich bis Bosco Gurin hoch. Das höchstgelegene Dorf (1557 m.ü.NN.) hat seinen eigentümlichen Charakter bewahrt. Alle Gebäude des Dorfkerns stehen unter Denkmalschutz. Aufpassen muss man allerdings auf die Postbusse die es immer sehr eilig haben und dummerweise auch immer Vorrang.

Bei Bignasco kann man ins Val Bavona abzweigen, das nur im Sommer bewohnt ist und als das steilste und steinigste Tal des gesamten Alpenkamms gilt. Die kleinen Dörfer und Weiler sind allemal eine Reise wert und es herscht eine himmlische Ruhe bei der man die traumhafte Landschaft einfach mal auf sich wirken lassen sollte..

Man sollte es sich auch gönnen in den typischen Grotti Spezialitäten im Schatten der Bäume zu kosten, wir haben uns zu mindestens eine kleine Kaffeepause mit leckerem Kuchen gegönnt.

Das Verzascatal ist ein wildes Tal mit steilen Hängen und unzähligen Wasserfällen. Im Val Verzasca schießt das Wasser in smaragdgrüner Farbe hinunter in Richtung Lago Maggiore, doch wer als Tourist in dieses Tal kommt, sollte es alles andere als eilig haben. Ponte die Saltri – eine im Mittelalter gebaute Brücke ist eins der besonderen Bauwerke die man sich anschauen sollte und wenn das Wetter es zulässt auch eine kleine Badepause einlegen kann. Uns war es etwas zu voll dort und wir haben die Pause etwas weiter in Richtung Norden direkt am Fluss verbracht, der kühle Gebirgsfluss ist genau die richtige Abkühlung bei 42°C im Schatten.

Für uns ein Rätsel warum diese beiden Täler nicht zur Kernroute der Grand Tour zählen. Auslassen sollte man sie auf keinen Fall.

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Tremola, Stern des Südens

Wir starten recht früh um Locarno und Belinzona hinter uns zu haben bevor die große Hitze wieder da ist.

Was auf dieser Tour in Richtung Zentralschweiz befahren wurde, zählt definitiv zu den bisherigen Highlights. Als erstes steht die berühmte Tremola auf dem Plan. Das historische Kurvenwunder dessen Gesicht von Kopfsteinpflaster geprägt ist und zu das längste Baudenkmal der Schweiz sein soll windet sich in halsbrecherischen Serpentinen von Airolo in Richtung Passhöhe. Zu Beginn haben wir etwas Mühe die richtige Einfahrt zur Tremola zu finden. Aber nachdem das geschafft ist haben wir trotz der Pflastersteine einen Heiden Spaß. Nun ja, halsbrecherisch ist vielleicht etwas übertrieben. Aber was soll man machen wenn man zu den Motorradfahrern gehört die Höhenangst ihr Eigen nennen. Einen Kaffee gönnen wir uns trotz den tollen Aussichten und dem mega Fahrspaß trotzdem noch auf der Passhöhe bevor wir weiter in Richtung Andermatt die tollen Aussichten vom Gotthardpass auf die umliegenden Berge genießen.

Wir verlassen nun wieder die Kernroute und begeben uns in Richtung Berner Oberland. Das kommende Wochenende steht im Zeichen der Interkulturellen Zusammenarbeit. Soll heißen ich treffe in Burgdorf meine Arbeitskollegen und wir werden das Wochenende ausgiebig feiern! Bevor wir jedoch Burgdorf erreichen kommt das wohl absolute Highlight an diesem Tag, der Sustenpass. Was für eine Straße! Was für eine Aussicht!

Im weiteren Verlauf durchfahren wir die Aare Schlucht, ein kurzer Stopp am Lungernsee um das türkisfarbene Wasser des Sees zu bewundern bevor es dann über den Brünigpass, Rosenlaui und Glaubenbüelenpass. weiter in um in Richtung Emmental geht. Gerade die kleinen, ebenen genannten Passstraßen sollte man sich auf keinen Fall als Motorradfahrer entgehen lassen. Sie bieten sie jede Menge Fahrspaß und tolle Aussichten.

Für uns Genießer unter den Motorradfahrern ist das Emmental wohl als kulinarisches „Must have“ auf der Grand Tour.

Auf alle Fälle sollte man einen Besuch in der Kambly Erlebniswelt einplanen wo man sich so viele Kekse einverleiben darf wie nur geht. Den Besuch der Schaukäserei verschieben wir auf Montag, da wir nach Kambly irgendwie satt sind.

Am späten Nachmittag erreichen wir den Campingplatz Waldeeg bei Burgdorf der für die nächsten Tage unser Domizil sein wird.

 

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