Schottland

Schottland mit dem Motorrad – Teil 2

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Das Monster von Loch Ness 

Das Fairwinds B&B ist schon ok zum Übernachten. Leider waren die Inhaber nicht so herzlich wie Heather. Das Frühstück jedoch war auch wieder super und Sauber war es auch.

Aber Frisch gestärkt geht es nun weiter auf der Tour.

Heute stehen wieder einige Highlights an. Am gestrigen Abend habe ich noch mal nach den Abfahrtzeiten des Jacobite Steam Train geschaut, besser bekannt als der Hogwarts Express aus Harry Potter der das Glenfinnan Viadukt überquert.

Neben dem o.g. Viadukt gibt es dort auch das Glenfinnan Monument zu sehen das zum Gedenken an die historischen Begebenheiten dieses Ortes zu gedenken. http://de.wikipedia.org/wiki/Glenfinnan

Bereits kurz nach unserer Abfahrt erreichen wir den Traigh Beach. Welch ein herrlicher Platz. Eine Picknick Aera. Ein Sandstrand mit herrlicher Aussicht auf das Meer und die Felsen rund herum.

Doch zurück zum Hogwarts Express. Dieser fährt in den Sommermonaten täglich die Strecke ab 10:15 Uhr von Fort William nach Mallaig das um 12:25 erreicht wird. Rechnet man dann so die Strecke ab ist der Zug etwa zwischen 10:50 und 11:05 Uhr beim Glenfinnan Viadukt.

Der Weg zum Glenfinnan entlang der Küste und entlang des Loch Eil ist ebenfalls traumhaft und trotz einigen Fotostops erreichen wir Glenfinnan innerhalb des Zeitrahmens und haben das Vergnügen den Zug zu sehen! Glücksschwein!!!!!

Bevor es nun weiter geht in Richtung Loch Ness kommt noch eine Motorradfahrerin aus Deutschland auf den Parkplatz gefahren und wir unterhalten uns kurz mit ihr. Eigentlich ist sie mit einer Freundin gestartet, doch bereits kurz nach dem ihre Tour begonnen hatte waren die beiden sich nicht mehr einig. Die eine wollte mehr Kultur und ist in Richtung Edinburgh gefahren, während sie lieber die Natur und das Fahren genießen wollte. Wie gut dass Tina und ich uns einig sind….

Schon bei der Anfahrt nach Fort William zeigt sich in der Ferne der Ben Nevis. Mit 1344 Metern Schottlands und Groß Britanniens höchster Berg. Wie schon so oft gelesen muss man Glück haben den Gipfel des Ben Nevis zu sehen, da dieser meistens im Nebel liegt.

 

Commando Memorial

Unser Weg führt uns nun weiter in Richtung Loch Ness. Unterwegs halten wir noch am Commando Memorial an dem „Garden for Tributes“. Eine Gedenkstätte für die gefallenen Soldaten. Was einem hier auffällt, nicht nur der Soldaten aus dem ersten und zweiten Weltkrieg, sondern auch denen die in der heutigen Zeit den verschiedenen Konflikten zum Opfer fallen.

Nachdem wir das Commando Memorial in der Nähe von Spean Bridge hinter uns lassen, werfen wir noch einen letzten Blick auf den in Wolken gehüllten Ben Nevis.

Unsere Route führt uns nun weiter in Richtung Osten entlang des Loch Lochy und Loch Oich bis zum Beginn des wohl bekanntesten Sees in Schottland, Loch Ness!

Hier, am einen Ende von Loch Ness erreichen wir Fort Augustus. Hier erkennt man schon den touristischen Stellenwert von Loch Ness in dieser Region. Ebenfalls eine Touristenfalle in die haufenweise Busse gekarrt werden um sich dort Neptuns Staircase anzuschauen.

Dies ist die größte Schleusenanlage in Großbritannien. Insgesamt 8 Schleusen, die einen Höhenunterschied von 20 m ausgleichen. Sie befindet sich im Kaledonischen Kanal. Nur etwa ein Drittel des Kanals wurde künstlich geschaffen. Er verläuft, beginnend im Nordosten bei Inverness, durch folgende natürliche Gewässer: Moray Firth (Nordsee), River Ness, Loch Dochfour, Loch Ness, Loch Oich, Loch Lochy, Loch Linnhe und Firth of Lorne (Atlantischer Ozean).

Wir genehmigen uns direkt an der Schleuse ein paar Scones und einen Kaffee in der Sonne und schauen uns das muntere Treiben eine kurze Zeit an. Dann treibt uns aber die Neugierde auf Schottland wieder auf unsere Motorräder. Bedingt durch die Touristischen Eigenheiten von Fort William bekommen wir hier aber unsere Schottland Aufkleber für die Motorräder.

Das Monster in meinem Bett

Da wir erstmal Loch Ness auf der Südroute umfahren sehen wir nicht allzu viel vom berühmten See. So bleibt uns auch ein blick auf das berüchtigte Monster von Loch Ness verwehrt. Eine ältere Dame im Bereich von Loch Ness teilt uns aber mit, dass auch Sie das Monster von Loch Ness noch nie gesehen habe, und sie würde schon lange hier leben. Aber jeden Morgen wenn sie aufwacht hätte Sie ein Monster neben sich im Bett liegen. Ihr Mann fand es nicht so lustig.

Was auf dieser Straße, der B862 (General Wade’s Military Rd ), uns von der Schottischen Landschaft präsentiert wurde ist definitiv ein weiteres Highlight auf unserer Rundreise. Es verschlägt uns den Atem als wir über eine Bergkuppe fahren und einen Ausblick auf die weite und ursprüngliche Landschaft bekommen.

Ebenso sind ein paar Deutsche Harley Fahrer eingetroffen von denen einer mir aus der Seele spricht: „Wer hier keinen Spaß hat, ist fehl am Platze“ Bei Straherrick gabelt sich die Straße. Wir halten uns links und kommen nun schnell den Berg hinab zurück an die Ufer von Loch Ness. Der knapp 40 km lange See ist schon imposant.

Auf der Höhe von Drumnadrochit sehen wir am gegenüberliegenden Ufer schon die Ruine von Urquhart Castle. Auch ein kulturell interessantes Bauwerk, das wir, nachdem wir den Loch Ness über Inverness weiter umrundet haben, kurz besuchen wollen. Jedoch weniger des Bauwerkes wegen, sondern der Hoffnung auf eine öffentliche Toilette. Die gibt es auch dort, ist aber nur zu erreichen wenn man den Eintritt für die Burg entrichtet. Die folgende Strecke bringt uns in Richtung der Isle of Skye und führt direkt an einem weiteren „Kulturziel“ vorbei, das auf der Liste steht von Orten in Schottland die wir besuchen wollen.

Eilean Donan Castle, bekannt geworden da es als Kulisse für die Highländer Filme gedient hat.

Es beginnt zu regnen als wir die Skyebridge überqueren und wir fangen an uns ein Quartier für die Nacht zu suchen. Die bereits im Vorfeld, mit Hilfe des Internets, gesuchten B&B’s gibt es mittlerweile wohl nicht mehr. Der Regen entwickelt sich so langsam zur Sintflut und mein Hals schwillt irgendwie an. Im Regen immer wieder auf den schmalen, mit Kies und Schotter gespickten Sträßchen zu wenden, wenn man auch noch nass ist wie hulle… kein wirkliches Vergnügen. In einer Seitenstraße von Broadfort finden wir endlich eine Unterkunft. Quasi direkt am Meer gelegen.

James empfängt uns sehr freundlich und wir fühlen uns sehr wohl dort. Auch wenn wir eine Etagendusche haben, ist der Rest doch wunderbar. Nachdem wir uns geduscht und aufgewärmt haben, gehen wir in eine kleine Bar, des Hotels gegenüber und lassen diesen Abend mit einer leckeren Mahlzeit und ein paar Bierchen ausklingen.

 

 

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Die Gesetze der Physik

Regnerisch und düster empfängt uns der nächste morgen. Das Frühstück im Wintergarten mit Blick auf das Meer und die Skybridge entschädigen das aber für den Moment.

Die Isle of Skye, zu Deutsch „Insel des Nebels“, ist die größte Insel der Inneren Hebriden. Sie liegt unmittelbar vor der Westküste des schottischen Festlands im Atlantik.

Schottland zeigt uns dann auch wie schnell und oft das Wetter wechseln kann als wir in Richtung Norden fahren um die Hafenstadt Portree mit seiner bunten Häuserfassade zu besuchen. Ein hübsches Städtchen in dem ein reger Betrieb herrscht.

Neben dem Regen stellt sich mittlerweile starker Wind ein. Nicht gerade das perfekte Wetter das uns auf unserer weiteren Fahrt in Richtung Norden begleitet. Wir umrunden die Isle of Skye um auf der Ostseite den Kilt Rock und „The Old Man of Storr“ zu besuchen.

Wir befinden uns schon wieder auf der Fahrt in Richtung Süden als uns bei Kilmaluag ein einsamer Motorradfahrer entgegenkommt den wir auch direkt wieder erkennen. Es ist erneut Sascha auf seiner Afrika Twin der die Isle of Skye in endgegengesetzter Richtung befährt. Schottland ist klein! Für ein kurzes Gespräch ist aber immer Zeit.

Sascha hatte uns schon vor den Wasserfällen am Kilt Rock gewarnt, aber als wir dann dort ankommen ist es fast noch schlimmer als wir befürchtet haben. Durch den starken Wind ist es von Nöten die Motorräder auf den Hauptständer zu stellen, da sie sonst vom Wind umgeblasen werden. Die Helme lassen wir mal besser auf, denn von dem Wasser das ja den Physikalischen Gesetzen zur Folge nach unten in das Meer stürzen sollten, kommt unten fast nichts an.

Das meiste Wasser wird vom Wind wieder zurück auf das Festland geblasen. So fällt der Stopp und die Fotosession hier etwas kürzer aus und wir hoffen dass der „Old Man of Storr“ besser zu begutachten ist. Weiter auf die Motorräder und ab in Richtung Süden.

Doch dort zeigt uns die Isle of Skye den Grund warum sie auch die Insel des Nebels heißt. Nix zu sehen von dem Hügel. Hmmpfff… das sind schon mal 2 weitere Gründe Schottland noch einmal zu besuchen.

Neist Point

Auf dem weiteren Weg queren wir erneut Portree um unsere Fahrt dann in Richtung Westen fortzusetzen. Unsere nächsten Ziele für den Tag sind der Ort Dunvegan, dort befindet sich das echte Schloss des Clan McLeods sowie einige Meilen entfernt der Neist Point. Der westlichste Punkt der Isle of Skye mit einem recht hübschen Leuchtturm.

Mit Ihren steilen Klippen stellt die malerische Halbinsel zusammen mit dem Leuchtturm einen Anziehungspunkt für Touristen aus aller Welt da. Neben den unvermeidlichen schottischen Schafen kann man am Neist Point auch zahlreiche Seevögel beobachten, sowie mit etwas Glück auch Robben, Delphine und Wale, die z.T. direkt an den Klippen vorbei schwimmen.

Nun ja, Schafe, verschiedene Seevögel und Touristen sehen wir ausreichend. Robben, Delfine und Wale leider nicht. Ach ja, Tina sieht noch ein Rindvieh das dort rum läuft. In Regenklamotten stapft es den langen (sehr langen) Weg zurück von Neist Point zum Parkplatz. Immer schön bergauf und genauso schnaubend wie die Dampflok vom Glennfinnan Viadukt.

Mittlerweile ist jedoch der Wettergott uns gegenüber schon fast überfreundlich, denn die Sonne kommt raus und der Wind lässt auch enorm nach. Bei herrlichstem Sonnenschein durchfahren wir nun die wunderschöne Landschaft von Skye.

Wälder wechseln sich ab mit Gebirge, Hübsche Täler mit schroffen Klippen am Meer. Der Ausblick auf die Berge von Skye, einfach nur Wahnsinn. Und in den Treibt mich auch dann fast der Nebel. McLeods Table, ein Berg auf Skye, gibt seinen Gipfel ebenfalls nicht preis. Rundum ist mittlerweile strahlend blauer Himmel, doch der Berggipfel steht in der einzigen Wolke weit und breit. Wir lassen uns von den schönen Single Track Roads treiben bis in den südlichen Teil von Skye um dort das Glen Brittle zu erreichen.

Fairy Pools

Schon von weitem kündigt es sich mit seinen pyramidenförmigen Bergen an. Ziel unserer Fahrt dorthin sind die sogenannten Fairy Pools. Einer der Attraktionen die man sich auf der Isle of Skye anschauen sollte.

Innerhalb des Glen Brittle gibt es dann diese Fairy Pools in rauen Mengen. Direkt an der Straße ist ein entsprechender Parkplatz von wo aus man zu den Fairy Pools laufen kann. Die Entfernung ist jedoch auch hier recht weit und so beschließen wir nur die Fairy Pools einige Meilen unterhalb des Parkplatzes zu besuchen, da diese nicht ganz so weit von der Straße weg sind.

Eventuell haben wir ja morgen früh Zeit noch mal dort hin zu fahren. Total geplättet kommen wir am Abend wieder im B&B an. James ist noch nicht zurück und so nehmen wir in dem Wintergarten unser Abendessen, diesmal ein paar Sandwiches, Cheeseburger & Chips sowie ein lecker Bierchen zu uns. Ein weiterer Tag der Glückseligkeit geht zu Ende. Die Isle of Skye gehört definitiv zu den Highlights in Schottland und sollte auf keiner Tour fehlen. Trotzdem wir 2 Übernachtungen hatten, fanden wir beide die Zeit dort war zu kurz eingeplant.

Auf der anderen Seite ist ständig dieses Gefühl da weiter zu müssen, um nichts von diesem Land zu verpassen und die Landschaft immer mehr aufsaugen zu können.

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