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Motorrad Sicherheitstraining (Basis)

Motorrad Sicherheitsttraining (Basis)

Soll nochmal jemand sagen wir wären nicht spontan! Knappe 2 Monate ist es her daß im Knülltourer Forum die Idee entstanden ist an einem Motorrad Sicherheitsttraining (Basis) als Gruppe teil zu nehmen.
Und nun, gerade mal Anfang April ist es soweit. Pünktlich um 09:00 Uhr treffen 9 Knüllis am Fahrsicherheitszentrum der verkehrswacht Waldeck Frankenberg in Bad Arolsen ein.
Sonja war so lieb und hat das ganze organisatorisch in die Hände genommen und wir mussten uns nur noch anmelden und teilnehmen.
Es ist für uns das erste mal dass wir an einem Fahrsicherheitstraining teilnehmen und man (und auch Frau) macht sich im Vorfeld so seine Gedanken über so ein Training.
Was erwarte ich von dem Training? Bringt es was für mich? Werde ich mich danach sicherer auf dem Motorrad fühlen?
Los geht das Ganze dann im Schulungsraum der Verkehrswacht. Nachdem unsere netten Instruktoren, Dieter und Hermann sich vorgestellt hatten ging es mit uns Teilnehmern weiter.

Jeder Teilnehmer, bzw. jede Teilnehmerin, durfte alle anderen über folgendes Informieren:
– Name
– Motorrad / ABS (ja / nein)
– Führerschein seit
– Jahreskilometerleistung
– Erwartungen / Probleme

Neben uns Knüllis waren dann noch 4 Mädels aus der Nähe von Gudensberg / Schauenburg mit von der Partie und s waren wir ein bunt gemischter Haufen mit den unterschiedlichsten Erfahrungen in Sachen Motorrad fahren. Von knappen 150 km bis zu 25000 km Jahresfahrleistung war alles vertreten. Ob es nun ambitionierte Motorradreisende wie Marcus und Sylv, oder Tina und meiner einer sind, oder die Mädels die auf ihrer TTT ( Tussi Tucker Tour ) den Asphalt unter die Räder nehmen. Und jeder von uns mit eigenen Erwartungen oder Problemen.
Hier zeichnet sich aber auch schon ab, dass dies ein lustiger Tag wird bei dem auch der ein oder andere dumme Spruch zum Besten gegeben wird.

Nobody is perfect

Ich fahre zwar sehr viele Kilometer im Jahr, aber sehe mich selbst nicht als guten oder gar perfekten Motorradfahrer. Ich denke dass man immer wieder dazu lernt und an seinen Problemen arbeiten kann und soll. Doch dazu muss man seine Probleme erst mal kennen. Und genau das war auch meine Erwartung an das Training. Ich wollte meine Probleme vor Augen geführt bekommen um in den nächsten Monaten und Kilometern daran zu arbeiten diese abzustellen.

Aber toll fand ich schon mal dass dieser Kurs zur je Hälfte von Motorrad fahrenden Mädels und Männern bunt gemischt war.

Nun da jeder Aufgewärmt war und wir in etwa wussten was der Tag für uns bringen würde, ging es gemeinsam zum Übungsplatz.
Der Vormittag begann dann mit Lockerungsübungen die jeder von uns auch während einer Tour in den Pausen durchführen kann um die müden Knochen wieder etwas fit zu bekommen. Und ja, die Knochen sind Morsch und die ein oder andere Übung gestaltet sich auch mit dem Bauch nicht unbedingt leicht.
Ganz gemein fand ich die Gleichgewichtsübungen und musste feststellen dass mein Gleichgewichtssinn irgendwo im Topcase liegen muss. Dabei hatte ich ihn jetzt definitiv nicht!

Innere Balance

Nun ging es endlich los, rauf auf die Motorräder und Balance Übungen während der Fahrt machen.
Dazu sind wir alle erstmal hinter Hermann und Dieter her, locker um den Platz gefahren. Danach kamen uns die beiden entgegen und zeigten uns die jeweilige Übung die wir dann nachmachen sollten.
– Linke Hand vom Lenker
– Fahren im Stehen
– Ein Bein auf der Sitzbank
– Auf der Sitzbank knien
– Soweit hinten auf der Sitzbank sitzen wie es geht
– Im Damensitz!
Gerade letzteres hat sich gar nicht als so einfach für mich erwiesen, da ich nicht wusste wie ich, während der Fahrt, mein rechtes Bein auf die linke Seite bekommen sollte. Hat aber dann doch irgendwann funktioniert und dann kam die Frage auf, wie ich das wieder rückgängig machen kann?

Ich für meine Teil habe dabei festgestellt dass ich mit Motorrad besser die Balance halten kann!

Langsam dreht sich die Welt

Und auch unsere Reifen sollten sich jetzt erstmal langsamer drehen. Es folgten Langsam-Fahrübungen.
Mit Pylonen und halben Tennisbällen waren verschiedene Stationen aufgebaut, an denen wir unsere Fahrkünste prüfen und durch Üben verbessern durften. Unsere Instruktoren haben die einzelnen Stationen für uns erläutert und auf die wichtigsten Punkte die es zu beachten gibt aufmerksam gemacht.
Sei es auf der Station zum einfachen, langsamen geradeaus fahren, dem kleine Kreis, dem kleinen Slalomkurs oder den U-Förmig aufgebauten Pylonen um das wenden auf schmalen Straßen zu üben.
Auch die obligatorische Acht durfte hier nicht fehlen.

Bisher war ich der Meinung dass Langsam fahren etwas ist mit dem ich keine Probleme habe und bisher hatte ich auch keine großen Problemchen meine Dicke Varadero auf diversen Straßen zu wenden. Aber hier wurden mir ganz klar meine Grenzen und die der Kombinierten Bremsanlage der Varadero vor Augen geführt. Alleine dafür für muss ich sagen hat sich das Training für mich persönlich gelohnt und ich weiß schon mal was es in den nächsten Monaten zu üben gilt. Wo waren noch mal unsere alten Pylonen hin geräumt worden?

Hermann erläuterte genau die Technik des Langsam Fahrens (1. Gang, konstant Gas und Kupplung, mit der Hinterradbremse das Tempo dosieren) und dann hieß es üben. Dieter und Hermann positionierten sich an den Stationen die am Schwierigsten waren und haben auch dabei, durch schnelles Eingreifen verhindert das jemand zu Fall kam. Ebenso gaben sie direkt Tipps wie man was besser machen konnte.
Ganz deutlich wurde uns auch hier gezeigt wie wichtig die richtige Blickführung beim Motorrad fahren ist!

Kurventechniken

Im Anschluss ging es an das Kurvenfahren. Uns wurden die verschiedenen Techniken vorgestellt und so gut es ging auch gezeigt. Wieder waren verschiedene Stationen aufgebaut. Ein Slalomkurs, ein Großer und ein kleiner Kreis sowie eine Acht. So konnte jeder von uns die verschiedenen Techniken (Aufrechtes Sitzen, drücken und auch „Hanging Off“) üben und feststellen welche Vor- bzw. Nachteile die ein oder andere mit sich bringt. Wieder standen hier Dieter und Hermann mit Ihrem Fachwissen zur Seite und korrigierten wo es nötig war und gaben Tipps wie man sich durch Haltung und oder Blickführung verbessern kann.
Ohne Verpflegung keine Bewegung
Zum wohlverdienten Mittagessen, ging es gemeinsam in die Pizzeria Napoli in Bad Arolsen. Das Essen war schon vorher ausgewählt und bestellt worden, soi dass wir keine langen Wartezeiten einplanen mussten. Und lecker war es auch noch.
Zum Auflockern führte uns Dieter dann über kleine Straßen zurück zum Trainigsgelände. Diese „Auflockerungstour“ fand ich persönlich richtig klasse und hat mir sehr viel Spaß gemacht.
Das Wetter war ja heute auch vom feinsten. Morgens noch bei Temperaturen um den Gefrierpunkt gefroren und nun bei über 20° C einen leichten Sonnenbrand einfangen.

Weiche von mir, oder Ausweichübungen

Voll gefuttert geht es nun damit weiter den Körper so schnell wie möglich aus einer aufrechten Position in eine Schräge Position nach Links oder rechts zu bewegen um ihn anschließend gleich wieder in die aufrechte Position zurück zu bringen. Ausweichübungen können Überlebenswichtig sein und man kann das ganze gar nicht oft genug üben. Die Entscheidung zu treffen ob man links oder rechts vorbei fährt (fahren kann) lässt sich hier nur schwer üben, aber der Ausweichvorgang an sich schon. Drauf zu fahren, Kupplung ziehen. Nach links, oder rechts um das Hindernis rum fahren und dann gleich wieder zurück in die alte Spur fahren.

Eine Übung die ich als sehr wichtig ansehe, die mir sehr viel Spaß gemacht hat und die sich auch während jeder Fahrt mit dem Motorrad üben lässt. ( Gullideckel!). Aber aufpassen, im öffentlichen Verkehr sind wir nicht alleine unterwegs.
Auch hier wurden von Dieter und Hermann direkt Verbesserungsmöglichkeiten angesprochen und Tipps gegeben.

Vollbremsungen

Vor der ersten Bremsung sollte jeder an der Teststrecke mit Kreide den geschätzten Bremsweg für Tempo 30, 50 und 70 markieren.
Anschließend hat Dieter die Vollbremsung jeweils aus Tempo 30, 50 und 70 km/h durchgeführt und wir konnten sehen wie gut wir es abgeschätzt haben, oder eben nicht.

Erläuterungen zur Vollbremsung folgten und schon durften wir loslegen und als erstes einen Vollbremsung aus 30 Km/h nur mit dem Hinterrad durchführen. Danach dann nur mit der Vorderradbremse und anschließend mit beiden Bremsen.


Wichtig dabei war es einmal zu erleben wie das ABS eingreift in das Bremsgeschehen. Ich muss gestehen, bisher bin ich nie in die Verlegenheit gekommen das zu erleben. Und ich fand es sehr interessant dieses Geräusch und Verhalten der Maschine bei eingreifenden ABSD mal zu erleben.
Wir haben uns dann in 10er Schritten bis an die Vollbremsung aus 70 km/h „herangetastet“ und ich würde Lügen wenn ich behaupten würde das hätte mir kein mulmiges Gefühl bereitet.

Schräge Gedanken

Was jetzt folgte war der, für mich, gelungene Abschluss eines genialen Motorradtages. Als nächstes waren Kurvenfahren, Schräglage und Blickführung gefragt. Bremsen in der Kurve, Fahren in Schräglage über Hindernisse (in dem Fall ein Brett) oder Ausweichen in einer Kurve zählten zu den Punkten die wir erklärt bekamen und üben durften. Hier habe ich für mich keinerlei Probleme erkannt und selbst das Überfahren des Brettes in Schräglage machte mir überhaupt keine Probleme.
Blickführung, das ausloten der Schräglage bei engen und weiten Kurven rundeten die Übungen dann ab. Die Schräglage, auch bei höheren Geschwindigkeiten mal zu üben mit dem Wissen dass einem kein Auto entgegen kommt ist schon mal sehr viel wert.
Die Möglichkeit mal die Honda Crosstourer mit DCT von Dirk Probe zu fahren war auch ein schönes Schmankerl für den Tag.

Fazit

Einschließlich der abschließenden Diskussion im Gebäude, dauerte das Sicherheitstraining gute 8 Stunden. Und was soll ich sagen. Keine Sekunde davon war vergeudet. Auch die Resonanz der anderen Teilnehmer war durchweg positiv. Jeder hat was für sich persönlich mitnehmen können.
Das Training war aus meiner Sicht jeden EUR wert. Es gab viel Rüstzeug für kritische Situationen die jedem von uns irgendwann nützlich sein können, aber es hoffentlich wird es nie so weit kommen das man sie braucht!

Sehr schön auch die Beteiligung von so vielen Fahrerinnen, die laut Aussage von Sylvia aufzeigten dass Frauen definitiv anders fahren wie Männer. Nicht schlechter, nicht besser, einfach anders.

Und die Antwort auf Heikos Frage, wie viele Fahrer von Sportmotorrädern denn an solch einem Training teilnehmen bestätigt nur so manches.

So ein Motorrad Sicherheitsttraining (Basis) ist eine absolut Sinnvolle Maßnahme die auch noch Spaß macht. Und wenn man es gemeinsam mit einer so tollen Truppe wie den Knülltourern durchführt noch mehr!

Nachdem wir nun die ersten Touren nach dem Training gefahren haben, steht es für uns fest dass wir öfters an Motorrad Sicherheitstrainings teilnehmen werden. Es hat uns beiden im Nachhinein viel gebracht, was wir direkt beim fahren unserer Touren merken.

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2 Gedanken zu „Motorrad Sicherheitstraining (Basis)

  1. Hallo an die Knülltourer,
    erst mal einen sonnigen Gruß aus dem Waldecker-Land.
    Eine sehr schöne Internetseite habt Ihr hier erstellt. Tolle Touren werden hier beschrieben. Der Bericht über das Sicherheitstraining sehr ausführlich und top beschrieben. Gefällt mir alles sehr gut, werde nun des öfteren mal auf Eure Seiten schauen um zu sehen was es Neues gibt.

    1. Hallo Dieter,

      freut uns dass es Dir gefällt. Ich hoffe mal dass die CD mit den Bildern bei euch angekommen ist.

      Hier wird es die nächsten Wochen immer mehr Inhalt geben an dem Tina und ich gerade arbeiten.
      Unser Forum http://www.knuelltourer.de kann ich dir auch sehr empfehlen. Dort findets du jede mMenge Tourziele und auch Vorschläge und GPX Dateien für schöne Touren.

      viele Grüße aus dem sonnigen Knüll

      Tina & Oliver

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