Österreich

Kärnten / Slowenien und andere Gebiete

Kärnten mit dem Motorrad

Nun ist unser Jahresurlaub 2015 rum.
Ungefähr 3250 km haben wir in Kärnten mit dem Motorrad verbracht um neue Straßen unter die Räder zu nehmen. Neue Landschaften zu entdecken, neue Freundschaften zu schließen und alte Freundschaften zu pflegen.

In 2015 war das Urlaubsziel nichts Exotisches wie Norwegen, Schottland oder Schweden. Es geht schlicht und ergreifend nach Österreich. Um genau zu sein nach Metnitz in Kärnten.

Kärnten ist das südlichste Bundesland Österreich. Kärnten grenzt im Westen an Tirol, im Norden an Salzburg, im Norden und Osten an die Steiermark und im Süden an Italien und Slowenien.IMG_0163

Die Gemeinde Metnitz liegt im Norden Kärntens und umfasst den Großteil des Metnitztales und die angrenzenden Berge bis zum Hauptkamm  im Norden die Metnitzer Berge, im Süden der Mödringbergzug. Beide sind Teile der Gurktaler Alpen. Hauptsiedlungsgebiet ist das Metnitztal mit dem gleichnamigen Fluss.

In Metnitz haben wir für die nächste Woche ein Ferienhaus das Tina, Lea, Steffen und ich als Startpunkt für unsere Touren gewählt haben.

Doch erst einmal heißt es dort hin zu kommen. Vor uns liegen knappe 840 km Anfahrt, die uns über die Großglockner Hochalpen Straße in Richtung Kärnten führen soll. Da wir nur ungern Autobahnen verwenden, soll der Großteil der Anfahrt, über Landstraßen erfolgen.

Früh morgens geht es los in Richtung Süden. Bis Nürnberg folgen wir der Autobahn und sind sehr froh, als wir dieses Teilstück der Anreise hinter uns hatten. Durch die Oberpfalz, dem Altmühltal und der Holledau, bahnen wir uns den Weg weiter in Richtung Süden. Durch die malerische Landschaft des Chiemgaus und des Berchtesgadener Landes erreichen wir am späten Nachmittag den Gasthof Schwarzberg in Inzell.

Nachdem wir unser Stiefelbier zu uns genommen haben, uns durch gutes Essen gestärkt noch ein wenig das Alpenpanorama auf uns wirken lassen gehen wir in die Betten während unsere Motorräder sicher in der Garage auf den nächsten Tag img_0159 img_0162 img_0164 img_0168 img_0177 img_0182 img_0188 img_0196 img_0211 img_0223warten.

Es ist schon hell als wir nach dem Frühstück unsere Tour fortsetzen und zwischen den Chiemgauer Alpen und dem Nationalpark Berchtesgaden die Großglockner Hochalpenstrasse ansteuern.

Die Großglockner Hochalpenstraße ist eine hochalpine Gebirgsstraße und verbindet die beiden österreichischen Bundesländer Salzburg und Kärnten. Sie führt von Bruck an der Großglocknerstraße auf 47,8 km länge über die beiden Pässe Fuscher Törl und Hochtor nach Heiligenblut am Großglockner und weist Abzweigungen zur Edelweißspitze und zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe auf. Sie ist die höchstgelegene befestigte Passstraße in Österreich.

Die Großglockner Hochalpenstraße ist als Erlebnisstraße vorrangig von touristischer Bedeutung und das Befahren ist für Kraftfahrzeuge mautpflichtig. Und das nicht zu knapp. 24,50 € ist der aktuelle Kurs um die Straße benutzen zu dürfen.

Dadurch dass wir aber noch andere Mautpflichtige Straßen befahren wollen, hatten wir uns vor Abreise schon mit einem vergünstigten Ticket beim ADAC versorgt.

65 km ist die Anfahrt von Inzell zu Großglockner Hochalpen Straße, aber die sind schon mal vom feinsten. Vorbei an den sattgrünen Wiesen, entlang der Lofer und durch Zell am See erreichen wir gegen 10:00 Uhr die Großglockner Hochalpenstrasse bei der Mautstelle Ferleitern. Wir fahren die ersten von 36 Kehren die Berge hinauf. Die Landschaft ist schirr unbeschreiblich schön.

Der Abzweig zur Edelweißspitze ist gar nicht zu verfehlen und so nehmen wir uns die Zeit und erklimmen die selbige. Das tun aber auch alle. Egal ob Motorrad, Auto oder Wohnmobil. Alles schlängelt sich den Berg hinauf um von dort die Aussicht auf über 35 3000er Berggipfel zu genießen. Wir haben noch Glück, aber nach kurzer Zeit ist der Parkplatz bei der Edelweissspitze komplett überfüllt. So sehr, dass ein Ungarischer Motorradfahrer fast die Lilly umgeschubst hat, da er die Ausmaße seiner Koffer nicht so ganz bedacht hatte.

Beim herabfahren standen dann die Fahrzeuge auch schon bis zur 3 Kehre von oben im Stau.. Glück gehabt.

IMG_0181Schnell fahren geht auf dem Großglockner nicht. Zu schön ist die Landschaft. Manche machen es trotzdem. Auch ist es eigentlich viel zu schade die Straße nur zu durchfahren. Es gibt so vieles zu sehen. So viele Geschichtliche Informationen dass  man locker den ganzen Tag dort verbringen kann.

Es steht aber auch noch ein weiterer Aussichtspunkt auf der Liste den wir uns anschauen wollen. Die Kaiser Franz Josef Höhe mit Blick auf den Pasterzengletscher und den Großglockner in einer Höhe von 2363 m.

Leider ist es auch dort zu voll. Also.. nix wie weiter in Richtung Kärnten.

Vorbei am Millstätter See über kleine Straßen geht es nun in die Metnitzer Berge bis zu unserem Ferienhaus. Vorher schnell die Motorräder nioch versorgt lassen wir uns das erste Bier am Urlaubsort schmecken und den schönen, ersten Tag in den Alpen noch mal Revue passieren.

 

Sonntagmorgen! Ausgeschlafen.. fit wie ein Turnschuh und voller Tatendrang!

Nachdem wir unser Frühstück zu uns genommen haben, steht bei diesem Kaiserwetter für heute die Tour über die Slowenische Panoramastrasse auf dem Plan.

Die Slowenische Panoramastrasse, Solc‘ava Panorama Strasse, im Denzel Ostalpen auch als Karawanken Panoramastrasse bezeichnet, ist ein, teilweise nur geschotterte, schmale Strasse von C’rna in Sloweniern bis zum Grenzübergang nach Österreich am Paullitschsattel. Die Strecke fürt dabei entlang der Karawanken und bietet im letzten Drittel einige Atemberaubende Ausblicke auf die Karawanken.

Für mich persönlich eines der Höhepunkte in diesem Urlaub. Obwohl ich mir schon etwas Gedanken mache um meine mitfahrenden „Nicht Enduro Reisenden“.

Aber da ich zuhause die Strecke schon mal mit Google Earth „abgefahren“ bin, denke ich mir dass es schon gehen wird.

Durch die Gurktaler Alpen fahren wir zum Grenzübergang bei Bleiburg und genießen die Aussicht sowie die vielen kleine Straßen mit unzähligen Kurven und Kehren.

Als wir Črna na Koroškem endlich erreichen gibt es kaum Wegweiser und es ist schwer die richtige Einfahrt zu finden  doch dann scheint die gefahrene Route noch irgendwie zu dem zu passen, was ich ergoogelt hatte.

Ein sehr schmaler weg schlängelt sich Meter um Meter den Berg hinauf. Ein schönes Idyllisches Tal.. bis nach ca 7 km der Asphalt endet und eine geschotterte Strecke vor uns liegt die es nun zu bewältigen gibt. Für die Varadero und die Tiger stellt dieser Weg keine große Herausforderung dar. Bei den beide Strassenmaschinen schon eher. Vor allen Dingen, weil ich feststellen musste daß Google Earth Steigungen nicht so wieder geben kann wie die Natur.

Der Schotter ist aber, bis auf den Rand gut befestigt und bis auf ein paar ausgewaschene Stellen auch gut befahrbar.

Außerdem gibt es, immer wenn eine kleine Ansammlung von Häusern kommt, auch wieder ein paar Meter Asphalt. Wirklich nur ein paar Meter.

Bis zur Anhöhe Solc’ava fragt man sich, was das mit Panorama Straße zu tun haben soll? Erst kurz nachdem wir die Anhöhe in Richtung Süden weiter fahren zeigen sich links von uns herrliche Panoramen die einem die Sprache verschlagen. Immer wieder muss die Fahrt unterbrochen werden um sich diese Natur anzuschauen.

Was dann auf der Strecke Lokarska Dolina folgt kann bei einem Motorradfahrer nur zu Dauergrinsen führen. Ein kurven El Dorado ohne Ende bis zum Paulitscher Sattel. Und wer dann noch nicht genug hat. Biegt am Ende des Sattels nach links ab in Richtung Seebergsattel.

Kurve an Kurve, Kehre an Kehre lassen unsere Herzen höher schlkagen und auch die leichte Tortur des Schotters ist bei unseren Strassenlastigen Maschinen schnell vergessen.

Wer nun einen Kaffee und ein Stück Kuchen möchte.. naja… das Seeberg Stüberl auf dem Sattel ist zwar vorhanden, aber wer da mal eingekehrt ist und sich ein Stück Kuchen gönnt, kann schon mal danach vom Wirt die Worte hören: „So nun ist der alte Kuchen auch weg!“ Die Gesichter von Tina und Lea waren in dem Moment unbezahlbar.. für alles andere gibt es ein Navi bei dem andere Jausen Stationen eingezeichnet sind. Auf alle Fälle nie mehr dort oben…

Auf dem Rückweg genießen wir noch den Ausblick vom Schaida Sattel in das Tal und auf die umliegenden Berge.

Eine Besichtigung der Burg Hochosterwitz Die Burg ist ein Wahrzeichen Kärnten. 1541 wurde die Burg an Georg von Khevenhüller verpfändet und 1571 von diesem gekauft. Khevenhüller ließ die Burg 1570 bis 1583 zu ihrer heutigen Gestalt ausbauen  Seither ist die Burg ununterbrochen im Besitz der Familie Khevenhüller.

Knappe 270 km hat diese Tour uns auf die Reifen gespult. Und platt, aber glücklich genießen wir mit der untergehenden Sonne unser Stiefelbier.

Die heutige Tour ist mal nicht von bekannten Straßen abschnitten in Kärnten und Umgebung geprägt. Keine berühmten Pässe oder Straßen bezeichnen diese Tour. Na ja, evtuell die Turracher Höhe ist dem ein oder anderen Motorradfahrer ein Begriff, da man über die Turracher Höhe zur Nockalm gelangt.

Wir werden heute einfach nur die Landschaft rund um unser Domizil in Metnitz unter die Räder nehmen.

Die Gurktaler Alpen.

Die Gurktaler Alpen sind ein Gebirgszug der Zentralalpen südlich der Mur zwischen Katschberg im Westen und Neumarkter Sattel im Osten.
Im Süden werden sie von der Drau begrenzt. Die Region ist trotz ihrer Größe ungemein vielfältig.

Zu den Gurktaler Alpen, die zum größten Teil in Kärnten liegen, zählen die Nockberge, die Metnitzer Berge, der Mödringbergzug, die Wimitzer Berge.

Wir starten der Sonne entgegen um kurz hinter Grades, bei Marienheim rechts in Richtung Strassburg die kleinen verwinkelten Straßen mit einigen Kehren zu genießen.

Teilweise ist der Asphalt sehr rissig und es  gibt viele Schlaglöcher. Aber das sind wir ja von zuhause aus schon gewohnt. Teilweise sind die Straßen jedoch sehr eng IMG_0177dass man Angst haben muss wenn einem hier jemand entgegen kommt.

Glücklicherweise ist es bisher in allen Regionen Kärntens, außer der Großglockner, recht ruhig mit dem Verkehr. So dass wir fast alleine alle Straßen für uns haben.

In Alhofen fahren wir nach links über die Höhe um bei Mösel in das Görtschitztal in Richtung Brückl und die dazugehörige Hochstrasse die uns von Brückl aus in Richtung Diex und vorbei an Grafenbach in Richtung Haimburg bringt.

Diese vielen kleinen Straßen und Kehren machen uns viel Freude. Leider ist das Wetter heute nicht ganz so gnädig wie bisher und somit ist weder die Fernsicht, noch die Wohlfühltemperatur das was für eine Motorradtour wünschenswert wäre.

Wer Lust und Zeit hat kann von Haimburg aus einen Abstecher nach Griffen unternehmen um die dortige Tropfsteinhöhle zu besuchen.

Im monströsen Kalkfelsen des Griffner Schlossberges verbirgt sich die wohl bunteste Schauhöhle Österreichs.

Uns führt es aber von Haimburg aus über Mittertrixen und klein St. Veit in Richtung Westen zurück nach Brückl. Hier legen wir eine kleine Rast ein und sind wieder einmal mehr über die Gastfreundschaft der Kärntener sehr erfreut.

Das Teilstück der Route bis nach St Veit an der Glan führt uns abermals an der Burg Hochosterwitz vorbei, ist aber ansonsten nicht besonders nennenswert.

Ab St Veit a.d. Glan wird das ganze aber wieder mehr und mehr zur Karussell fahrt. Über Pörlinghof, Frauenstein und  Pisweg geht es nach Gurk in das Gurktal.

Eine schnelle Etappe durch das Gurktal führt uns dann über Rennweg, St Ulrich bis Himmelberg von wo aus wir den direkten Weg auf die Turracher Höhe nehmen.

Turracher Höhe ist eine Ortschaft, ein Alpenpass und eine Landschaft in den Gurktaler Alpen. Gemeinsam mit dem Turracher See bilden sie die Grenze zwischen Steiermark und Kärnten.

Interessant bei der Turracher Höhe ist auch dass sie mit einer Steigung bis zu 34 % zeitweise steilste Alpenstraße Europas  war.

Im Januar 1978 stellte Audi den neu entwickelten Audi Quattro auf der Turracher Höhe vor, wo man an der steilen, kurvenreichen und verschneiten Passstraße die Leistungsfähigkeit des damals neuartigen Allradantriebs überzeugend demonstrieren konnte.

Die neue Passstraße hat heute einen maximalen Anstieg von „nur“ noch 23 % auf einem kurzen Abschnitt auf Kärntner Seite. Was aber trotzdem für Motorräder mit schwacher Leistung eine Anstrengung bedeutet.

 

Nach einem kurzen Stopp und den Gedanken darüber warum ein Hotel Teile des Turracher Sees beheizen geht es für uns weiter in Richtung Steiermark nach Stadtl a.d. Mur.

Über die „Blutige Alm“ bei Flattnitz führt uns dann der Weg zurück in Richtung Metnitz.

Den Namen Blutige Alm erhielt Flattnitz als 1478 die Türken einfielen. Die Aussicht in die tiefen Täler auf dem Weg nach Metnitz ist beindruckend. Wieder hatten wir einen sehr schönen Tourentag, auch wenn das Wetter nicht ganz so gut war.

Ach ja.. das liebe Wetter.

Für den heutigen Tag stand eigentlich Nockalm und die Malta Hochalpenstrassse auf dem Programm.

Einschließlich einem Treffen mit Helga und Alwin, ein befreundetes Bikerpaar das wir seit vielen Jahren nicht gesehen haben.

Aufgrund der Wettervorhersagen haben wir die Tour auf den morgigen Tag verschoben.

Aber so eine Wettervorhersage kann uns ja nicht davon abhalten trotzdem eine Tour zu fahren. Zumal ja für Tina der Regen als flüssiger Sonnenschein gilt.

Also nach dem Frühstück rauf auf die Motorräder und ab in Richtung Osten. Kaum haben wir Metnitz verlassen kommen auch schon die ersten Regentropfen auf uns nieder. Aber nichts Wildes. Noch nicht.

Wir durchfahren San Salvator im Metnitztal. Hier findet man den Erlebnisgasthof Seppenbauer.

Den Erzählungen nach hat Gerhard Porsche in San Salvator ein Haus gekauft und zu seiner Gattin irgendwann gesagt dass es hier kein anständiges Wirtshaus gibt wo man gut essen kann. Kurzum kaufte er den gegenüberliegenden Gasthof und baute ihn in den Erlebnisgasthof mit angeschlossenem Fahrzeugmuseum um.

Dort kann man, neben einigen anderen Fahrzeugen die Sammlung von Gerhard Porsche, der hier seine berühmten KFZ- und Zweirad-Veteranen zur Schau stellt. Darunter so wertvolle Stücke, wie der Benz Motorwagen aus dem Jahre 1886, das Jaguar SS1 Cabrio von 1936, der BMW “Dixie” von 1932, der Daimler DS 420 aus dem Besitz des englischen Königshauses oder der legendäre Porsche 356 B dessen ersten 50 Stück noch im kärntnerischen Gmünd in Handarbeit aus Aluminium gefertigt worden waren.

Unsere Route führt uns weiter über Friesac, Althofen bis durch den Lölling Graben Bergauf zum Klippitztörl. Eine herrlich kurvige Strecke die wir nun bis nach Wolfsberg folgen.

Wir verlassen Wolfsberg in Richtung Deutschlandsberg um dort auf die Schlicher Weinstraße in Richtung Eibiswald abzubiegen.

Über Preitenegg und die Hebalpe geht es voran nach Deutschlandsberg.

Auf der Hebalpe legen wir einbe Rast in der Seeberghütte ein und genehmigen uns jeder eine leckere Suppe füs kleine Geld.

Auch auf dieser Strecke kommt jeder Motorradfahrer auf seine Kosten. Ein Stück vor Deutschlandsberg gibt es eine Abzweigung nach rechts zur Panoramastraße Deutschlandsberg. Leider konnte man die Aussicht von dort nur erahnen.

Die Steirischen Weinstraßen zählen sicher zu den bekanntesten kulinarischen Ausflugszielen der Steiermark. Aber auch Vinotheken und noch viele andere Erlebnisse zum Thema Wein sind hier zu finden.

Leider wird das Wetter immer schlechte und bevor wir in Eibiswald nach rechts in Richtung Stausee Soboth abbiegen komme ich noch auf die glorreiche Idee den Radlpass auch noch mit zu nehmen. Zu mindestens die Österreichische Seite soll es sein. Doch kaum sind wir dabei den Berg zu erklimmen, öffnet der Himmel alle Schleusen und es fängt derbe an zu regnen.

Die Rückfahrt über das Lavanttal in Richtung Metnitz findet dann auch bis kurz vor dem Ende mit Wasserkühlung statt. Dass ich über meine Kopfhörer im Helm meinen Schatz singen höre und wieder die Worte „Flüssiger Sonnenschein“ vernehmen darf machen mir die Fahrt nicht angenehmer.

Der Schwerpunkt des heutigen Abends.. Klamotten trocknen!

Ein neuer Tag beginnt und die Wetterprognose sieht sehr gut aus. Alle Regenwolken sind weg und es scheint ein sonniger tag zu werden.

Heute stehen die nächsten Highlights  in unserem Kärnten Urlaub auf dem Programm. Befahren der Nockalm und der Malta Hochalmstrasse.

Recht früh geht es mit den Bikes in Richtung Turracher Höhe, denn dort treffen wir heute Helga und Alwin. Die Turracher Höhe ist von Metnitz her recht schnell über das Murtal zu erreichen.

Wir genehmigen uns auf der Turracher Höhe einen leckeren Kaffee im Sonnenschein und kurze Zeit später sehen wir zwei Yamaha Tenere die Straße entlang kommen.

Groß ist die Wiedersehensfreude denn wir haben uns nun schon einige Jahre nicht gesehen.

Nach einem kurzen Kaffeekränzchen geht es nun in Richtung Nockalm.

Von der Turracher Höhe in Richtung Ebene Reichenau ist es nicht weit bis zur Abzweigung, an der die Nockalmstraße beginnt. Seit Jahren träume ich schon davon endlich mal die Nockymountains zu befahren. Heute ist es soweit. Die Nockalm ist ein Traum, landschaftlich einzigartig und für jeden Motorradfahrer etwas Besonderes. Auf eine Länge von 35 km und 52 Kehren , die alle einen Namen haben wie z.B. Schiestlscharte, Teiflskralln oder Vargissmeinicht,, durch den einzigen Nationalpark mit dem größten Zirbenbestand der Ostalpen. Für was Zirben so verwendet werden haben wir dann am Abend erfahren, Doch dazu später mehr.

Die Strecke, die auch Motorradfahrer geeignet und bietet einzigartige Aussichten. Mehrere Hütten, Naturlehrpfade, ein Almwirtschaftsmuseum, sind beliebte Haltepunkte der Nockalmstraße.

So folgt Kehre auf Kehre bis die erste “Passhöhe”, die Schiestlscharte, ist auf 2.024 Metern erreicht. In munterem, kurvigem Auf und Ab führt die zweispurige Straße zwischen den Nockbergen hindurch.

Gut erholt geht es ein paar Kehren weiter zum nächsten Stopp. Die Glockenhütte. An der Glockenhütte gelangt man über ein paar Stufen zur Wunschglocke. Der Legende nach geht ein Wunsch in Erfüllung, wenn man die Glocke läutet, etwas spendet und den Wunsch nicht laut äußert.

Wieder Aufgesattelt kratzen wir die nächsten Kehren nach Innerkrems, wo sich die nördliche Mautstelle der Nockalmstraße befindet.

Wir folgen nun dem Verlauf der Krems bis zu ihrer Mündung in die Lieser. Durch das Liesertal geht es bis zur Künstlerstadt Gmünd in Kärnten wo man sich das Porsche Museum anschauen kann, das man in Richtung Maltatal findet und gut ausgeschildert ist.

Das Maltatal, auch Tal der stürzenden Wasser genannt, ist ein Nebenfluss der Lieser und mündet in diese bei Gmünd (daher auch der Name Gmünd).

In der Gmünder Hütte, einem Almgasthof direkt an der Malta Hochalmstrasse legen wir unsere Mittagspause ein und genießen Kärntener Spezialitäten in der Mittagssonne.

Die Straße durch das wunderschöne Maltatal schlängelt sich teilweise eng an den Bergen nach oben wo sie beim Kölnbreinspeicher endet. Einige Passagen sind mit Ampeln geregelt da es unmöglich ist die engen Stellen mit Gegenverkehr zu passieren. Bei der untersten Ampel ist eine Uhr angebracht um die verblebende Zeit bis zur Grünphase erkennen zu können.

Aus irgendeinem Grund sind im Maltatal die Zeiten etwas anders. Denn direkt als sie eine Restwartezeit von 6 minuten anzeigte sprang die Ampel auf Grün und die Uhr auf null.

Es ist schon erstaunlich wie schnell man doch Helm und Handschuhe anhat um bei Grün noch durchfahren zu können.

Die Ausblicke bei der Fahrt über die engen Straßen in Richtung Anhöhe sind gigantisch und bei der zweiten Ampel hat man einen wunderbaren Blick auf den Vorspeicher Galgenbichl mit seinem Türkisblauen Wasser.

Die Malta HochalmStraße ist zwar nur 14,4 km lang, aber sie ist für Motorradfahrer wohl eine der Traumstrassen der Alpen.

Der Anblick des Kölnbrein Speicher auf der Höhe nimmt einem geradezu den Atem. Und wenn man Höhenangst hat sollte man sich die Aussichtsplattform an der Staumauer besser verkneifen.

Die Rückfahrt ins Tal ist nicht weniger spektakulär, da man nun das Tal aus der anderen Perspektive sehen kann.

Vorbei am Millstädter See, wo wir uns von Helga und Alwin verabschieden geht es zurück ins Metnitztal denn dort erwartet uns heute Abend eine Schnapsprobe durch unseren Nachbarn der uns seine 11 verschiedenen Hausbrände bis in die frühen Morgenstunden präsentiert. Nebenbei wurden natürlich auch noch einige Flaschen Bier verkostet.

Einige der Brände würde ich persönlich eher zum einreiben, denn zum Trinken nehmen. Aber der Gebrannte aus Zirbenzapfen war nicht schlecht. Die fruchtigen Apfel und auch Birnenbrände haben es mir mehr angetan.

Man wird sich denken können daß nach solch einer Schnapsverköstigung der nächste Tag etwas ruhiger verläuft.

Ein kleines Nickerchen nach dem Frühstück kann da schon sehr erholsam wirken.

Nichts desto trotz machen Tina und ich uns am späten Nachmittag noch auf eine kleine Tour ins Naheliegende Murau.

Entlang der Oberalpe und vorbei an der Frauenalpe bei Murau erreichen wir das Städtchen innerhalb kürzester Zeit und wir beschliessen uns die umliegenden Straßen etwas genauer anzuschauen.

Durch Murau hindurch erklimmen wir die Stolzalpe und fahren immer schön am Rand entlang eines sehr schmalen Weges bis nach Rottenmann.

Immer wieder können wir von dort aus den Blick auf die Schladminger Taurn und die Nockberge genießen. Zurück über das Murtal ins Städtchen ist erst mal ein kleines Päuschen auf dem Marktplatz fällig.

Der geplante Rückweg über die Unteralpe wird leider durch eine Vollsperrung bei St Lambrecht verhindert und wir müssen umkehren. Am Ende sind es dann doch knappe 100 km die wir an diesem Tag zurück gelegt haben und freuen uns schon auf den morgigen Tourentag in Richtung Mangart.

Ach ja.. der Mangart.. Da war ja noch was.

Slowenien in Luftiger Höhe

Nachdem ich bekanntermaßen ja Höhenangst habe und man ja auch weiß, wer gute Freunde hat braucht keine Feinde, habe ich die letzte Nacht nicht sehr gut geschlafen. Immer wieder wandern die Worte von Marcus durch meinen Kopf: Auf dem Mangart wirst du deinen Spaß haben.. also immer schön die Wand lang“

Aber alles der Reihe nach. Wir starten wieder nach einem leckeren Frühstück zur Tour.

Die Anfahrt zum Wurzenpass ist nicht unbedingt prickelnd. Das meiste haben wir schon gesehen und auch der Wörthersee ist nicht unbedingt ein Highlight dieser Tour. Aber irgendwann sehen wir dann doch die Schilder zum Wurzenpass.

Mit einer Höhe von 1073 m üNN ist er nicht gerade hoch gelegen und auch fahrtechnisch nicht berauschend.

Aber, es ist ein Pass mit einer langen Geschichte und extremen Steigungen. Deswegen ist er für PKW mit Anhänger gesperrt.

Nur wenige Passstraßen in Europa haben ein eigenes Museum, der Wurzenpass hat allerdings eines. Das Bunkermuseum besteht aus den ehemaligen Bunkeranlagen, die im Kalten Krieg errichtet wurden.

Die Verteidigungslinie hätte im Ernstfall unmittelbar vor einem steilen Gefälle, kurz vor der slowenischen Grenze begonnen. An dieser Stelle steht zur Erinnerung daran, ein originaler T-34 Panzer.

Fast unmittelbar nachdem wir die Wurzenpassstrasse hinter uns gelassen haben kommt der Vršičpass (Werschitzpass)

Der Vršič-Pass  ist der höchste Gebirgspass Sloweniens

Angelegt wurde die Passstraße von russischen Kriegsgefangenen in den Jahren 1914-1916 als militärische Verbindung ins Soča-Tal.

Fahrerisch etwas anspruchsvoll ist die Nordrampe des Vršič: Insgesamt 24 zum Teil sehr spitze Kehren liegen auf der ca 12 km langen Strecke. Bei Nässe sollte man vorsichtig sein, denn die Kehren sind zum großen Teil gepflastert!

 

Während einer kurzen Rast in einer der vielen Gasstätten am Pass genießen wir die Slowenische Gastwirtschaft bei einem herrlichen Ausblick und leckerem Pallatschinken.

Die  22km lange Südrampe mit 19 Kehren führt dann ins Socatal.
Die Soča entspringt einer Karstquelle im Nordwesten Sloweniens im Nationalpark Triglav nahe dem Vršič-Pass (1611 Meter) Der älteste Wanderweg des Nationalparks  quert den Fluss an mehreren Stellen über schwingungsfreudige holzbeplankte Hängebrücken.

Das reine Wasser der Soča erscheint kristallklar und türkisblau. Durch die besondere Lage der Soča ist dort das Klima sowohl im Frühjahr als auch noch im Spätsommer ausgesprochen mild, die Sonne leuchtet um Mittag bis in den Grund der Schlucht.

Leider ist zurzeit; bedingt durch den sehr trockenen Sommer, nicht viel von dem Türkisfarbenen Wasser zu sehen. Bei den hohen Temperaturen die wir aber haben, ist das verlangen schon sehr hoch einfach in das nasse Element zu hüpfen.

Nachdem wir das Socatal in nördwestliche Richtung verlassen, wird mir immer mulmiger im Bauch. Wir kommen der Mangartsrasse immer näher und mit jedem Meter wird das Gefühl stärker.

Kurz bevor wir den Predilpass erreichen, der nach Italien führt geht es rechts ab in Richtung Mangart.

Die mautpflichtige Straße in den Julischen Alpen führt hinauf auf die Lahnscharte. Die Straße führt auf eine Höhe von 2055 m.üNN. und ist die höchste Straße Sloweniens

11,7 km lang, eng, maximal 22% Steigung und 5 nicht beleuchtete Tunnel erwarten uns.

Sowie die Angst davor dass mich meine Höhenangst überkommt und ich keinen Meter mehr fahren kann.

Anfangs noch recht zügig unterwegs, werde ich mit jedem Meter den es nach oben gibt langsamer. Vor jeder Kurve denke ich dass ich gleich keinen Meter mehr weiter fahre.

Ich traue mich nicht den Blick nach links oder rechts zu wenden um die Aussicht zu genießen

Endlich sehe ich das Schild vor mir, das eine Weiterfahrt eigentlich verbietet. Es ist ein Überbleibsel aus der Zeit als ein Bergrutsch einen Teil der Straße zerstörte und versperrte. Diese Schäden sind aber mittlerweile fast vollständig behoben und die Durchfahrt ist möglich.

Endlich auf dem Plateau angekommen habe ich, nach kurzer Verschnaufpause und dem Anpfiff meiner Mitfahrer über die Schleicherei den Berg, hoch endlich Gelegenheit mich umzuschauen.

Es verschlägt mir wieder den Atem, diesmal aber nicht wegen der Höhenangst, sondern aufgrund der Aussicht die man hier hat. Wenn man sich nur einige Meter, egal in welcher Richtung, auf dem Hochplateau bewegt erhält man Atemberaubende Aussichten auf die Karawanken, die Julischen Alpen und auf das Karwendel gebirge.

Unvergleichbar mit allem was ich bisher auf unserer Reise gesehen habe.

Was mich etwas irritiert, ist die Tatsache dass wir hier, auf über 2000 m Höhe, heute noch an Temperaturen haben. Gut, es ist ein sehr heißer Tag. Temperaturen kaum unter 30° C. Diese hätte ich aber in der Höhe nicht erwartet.

Da meine Mitfahrer der Meinung sind, dass die Strecke gar nicht so schlimm war, gehe ich irgendwie mit anderen Augen die Talfahrt an.

Und tatsächlich, von oben betrachtet ist die Strecke gar nicht so tragisch und ich könnte mir in den Allerwertesten beißen wenn ich dran denke, was mir bei der Auffahrt alles entgangen ist.

Über den Predilpass nach Italien begeben wir uns nun wieder in Richtung Metnitz. Das Bier am Abend schmeckt wieder hervorragend und für mich steht fest, dieser Tourentag war ein absolutes Highlight während unseren Urlaubes in der Region Kärnten / Slowenien.

 

Es kommt ja dann auch wie es kommen muss. Die schönen Tage in Kärnten sind vorüber und wir machen uns schweren Herzens in Richtung Heimat.

Das Gepäck ist verstaut und wir fahren los.

Soll es das schon gewesen sein? Die Gedanken kreisen während der Fahrt um all das Erlebte der letzten Tage. Die Nockalm, die Malta Hochalm Straße, den Mangart, alte und neue Freunde sowie kulinarische Erlebnisse. Um eindrücke die sich im Kopf und in diesem Fall, auch im Herzen eingebrannt haben.

Unser Heimweg führt uns aber weder die gleiche Strecke zurück sondern hat noch ein paar Schmankerl zu bieten.

Über die Hochalpe geht es als erstes in Richtung Murtal und dann weiter nach Norden zum Sölkpass.

Der Sölkpass quert die Niederen Tauern und verbindet die Orte Murau  und Stein an der Enns.

Es m acht richtig Freude den Pass zu befahren. Zwar ist der Asphalt nicht mehr der beste, aber dafür die Landschaft umso schöner.

Auf freilaufende Kühe muss man aber trotzdem achten.

Faszinierend ist der Anblick des Dachstein Gebirges dem wir uns nun nähern. Kein unbekanntes Gebiet für uns, denn früher waren wir schon dort um ein lange vergessenes Hobby zu frönen, dem Tauchen. Erinnerungen an diese Zeit werden wach als wir vorbei am Hallstädter See in Richtung Attersee fahren. Und dann liegt er vor uns. Mit seinem Tiefblauem Wasser und im Sonnenschein.

Wohl einer der schönsten Seen im Salzkammergut. Die Straße schlängelt sich Kilometerlang entlang des Ufers und gibt sehr oft den Blick auf den See und die umliegenden Berge frei.

Ein letzter Eindruck der Alpen wird uns nochmal am Mondsee beschert, doch dann ist es vorbei. Berge ade.

Mit einer Zwischen Übernachtung beim Bergerwirt in Bruck i.d.Opf, einem Motorradhotel verbringen wir unseren  letzten Abend bei einem guten Essen im Biergarten und unsere letzte Urlaubsnacht.

Die Fahrt am nächsten Tag durch die Fränkische Schweiz bringt nochmal eine Überraschung.

Denn gerade als wir Kathi Bräu zur Mittagspause erreicht haben, lese ich die Nachricht von Marcus auf dem Handy, ob wir gerade durch Pottenstein gefahren sind!

Leider lässt es weder die Zeit von Marcus, noch unsere zu dass wir uns im Fränkischen nochmal treffen. Aber witzig find ich das allemal. So weit von zuhause weg.

Müde und total erschöpft erreichen wir gegen Abend unsere Heimat. Aber mit dem Wissen dass ein wunderschöner Urlaub hinter uns liegt und die Vorbereitungen für den nächsten so langsam in Angriff genommen werden sollte.

 

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